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Hätt' ich mir lieber mit den eignen Nägeln Mein Grab gegraben. Marion. Weh! Didier. Sie würden lachen, Recht luchen, wenn Sie ſehen könnten, wie Mein Herz, der nechſche Spiegel, Sie geſtaltet. Sie thaten wohl, Madame, es zu zerbrechen. Sie waren drin ſo rein und keuſch... O Weib, Was hatte dir der arme Mann gethan, Mit ſeinem heißen, tiefen, ſanften Herzen, Der dich ſo lange auf den Knieen liebte? Der Kerkermeiſter. Die Stunde endet. Marion. Ach, die Zeit verſtreicht, Der Augenblick entflieht! O Didier! Ich habe nicht das Recht, ein Wort zu ſagen, Ich bin ein Weib, dem man nichts ſchuldig iſt. Verſtoßen haſt du mich, verflucht, nun wohl Ich habe mehr als Haß und Spott verdient, Und du biſt noch zu gut und meine Seele Spricht ſterbend noch den Segen über dich.— Dies iſt die Stunde, wo der Henker kommt, Den du vergiſſeſt, er gedenket dein.— Ich habe Alles in Bereitſchaft, höre!..


