Madame! des Staates Kerker ſind bewacht, Bei Tag und Nacht, die Pforten ſind von Eiſen, Die Mauern zwanzig Fuß hoch.— Wem denn haben Sie Ihren Körper Preis gegeben, daß Der Kerker ſich, zum Lohne dafür, aufthut? MNarion. Didier, wer ſagt' es dir?... Didier. Niemand. Ich rathe. Marion. Didier, hier bei der Gnade Gottes ſchwör' ich, Es war, um dich zu retten, zu befreien, Um deine Henker zu erweichen. Didier(die Arme kreuzend.) Dank! Daß man bis dahin ſchamlos, ſeelenlos, Iſt wirklich eine wahre, wahre Schande. (Er eilt mit ſtarken Schritten auf dem Theater umher, ein Geſchrei der Wuth ausſtoßend.) Wo iſt der Handelsmann mit Schimpf und Schande, Der für ſo ſchnöden Preis mein Haupt verſchachert? Wo iſt der Kerkermeiſter, wo der Richter, Der Menſch, damit ich ihn zertrümmere, Zermalme, wie dies Bildniß hier?! (Er zerbricht das Portrait mit den Händen.) Der Richter! Geht nur Ihr Herrn und macht Geſetze, richtet! 19*¾
Druckschrift
Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
Entstehung
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


