Druckschrift 
Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
Einzelbild herunterladen

Marion. Gnade für Didier! 4

Der König.

Alles, was ein König An Gnaden austheilt, raubt er oft dem Recht.

Marion. Erbarmen, Sire! mit unſ'rem tiefen Schmerz. Erbarmen! Wiſſen Sie, was es bedeutet, Zwei junge Brauſeköpfe durch ein Duell Bis in des Abgrund's Tiefen hinzuſchleudern? An einem Galgen ſchimpflich ſterben müſſen? Sie werden Mitleid haben! Ich, ein Weib, Weiß nicht, wie man zu Kön'gen reden muß. Thränen ſind ſchlecht vielleicht. Ein Ungeheuer Itt ſicherlich Ihr Kardinal, o König! Was zürnt er Ihnen denn? was thaten ſie? Er hat nie meinen Didier geſeh'n! Ach, wer ihn ſieht, der liebt ihn! Weh', ſo jung, Um eines Zweikampfs Willen Beide tödten! Und Ihre Mütter!. O, bedenken Sie, Ach, gräßlich iſt's! Sie können es nicht wollen! Wir Frauen wiſſen nicht zu reden, wie Die Männer; Thränen nur und Klaggeſchrei Beſitzen wir und Kniee, die der Blick Des Königs beugt und bricht. Sie hatten Schuld, Wahr iſt's. Doch, wenn Ihr Fehler Sie beleidigt, Verzeihm Sie es! Sie wiſſen ja die Jugend!