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Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
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dert unter falſchem Namen von Stadt zu Stadt, und wagt Euch zu Zeiten auch auf venezianiſches Gebiet. Vor ſieben Jahren, Ihr zähltet damals zwanzig Jahre, waret Ihr ſelbſt in Venedig und ſahet dort eines Tages in einer Kirche ein junges Mädchen voß ausgezeichneter Schönheit; es war in der Kirche von San Giorgio⸗ Maggiore. Ihr folgtet ihrer Spur nicht; denn in Ve⸗ nedig heißt: eine Dame zu ſuchen, ſoviel, als: einen Dolch⸗ ſtoß ſuchen; aber Ihr kamet oftmals wieder in jene Kirche. Auch die junge Dame kam häufig dahin. Ihr faßtet eine Neigung für ſie, ſie für Euch. Ihr kann⸗ tet ihren Namen nie und wißt ihn auch jetzt noch nicht; für Euch heißt ſie blos Catarina; Ihr fandet einen Weg, ihr zu ſchreiben, ſie Mittel, Euch zu entworten. Ihr erlangtet von ihr Zuſammenkünfte bei einer Frau, ge⸗ nannt: die fromme Cäcilia. Eure Liebe war Raſerei, aber ſie blieb rein. Jenes junge Mädchen war von Adel; das war alles, was Ihr von ihr wußtet. Eine adelige Venezianerin kann nur einen adeligen Venezianer oder einen König heirathen, Ihr ſeid weder ein Ve⸗ nezianer, noch weniger ein König. Als Verbannter konn⸗ tet Ihr Euch überdies nicht einmal bewerben. Eines Tages fehlte ſie beim Rendezvous; die fromme Cacilia unterrichtete Euch, daß man ſie vermählt hatte, übrigens konntet Ihr den Namen ihres Gatten jetzt eben ſo wenig erfahren, als früher den ihres Vaters. Ihr verließet Venedig. Seit jenem Tage durchirrtet Ihr flüchtig ganz V. 3