Anafeſto. Wie?
Rodolfo. Dringe nicht weiter in mich!
Anafeſto. Ich, dein Freund!?
Tisbe(kehrt zurück und wendet ſich lächelnd zu Rodolfo), Ich komme Ahum dir ein einzig Wort zu ſagen: Ich liebe dich!— Sol jetzt bin ich wieder fort(eilt ab).
Anafeſto(ihr nachblickend). Arme Tisbe!
Rodolfo. Im Kern meines Lebens ſteckt ein Ge⸗ heimniß, das Niemand kennt als ich.
Anafeſto. Doch mir, deinem Freunde, vertrauſt du's doch noch einmal, gelt?— Du biſt heute ſo düſter, Rodolfo!
Rodolfo. Ja wohl,— laß' mich einen Augen⸗ blick allein!
(Anafeſto ab. Rodolfo ſetzt ſich auf die Stein⸗ bank neben der Thüre und ſenkt das Haupt in die Hände. Als Anafeſto ſich entfernt hat, öffnet Homodei die Augen, erhebt ſich und ſchleicht hinter Rodolfo, der in ſeine Träumereien verloren iſt).
Vierte Scene. Rodolfo, Homodei(Homodei legt ſeine Hand auf Rodolfo's Schulter. Rodolfo wendet ſich). Homodei. Ihr heißet nicht Rodolfo; Ihr heißet Ezzelino da Romana. Ihr ſtammt aus einem alten Geſchlechte, welches einſt hier in Padua herrſchte und ſeit zwei hundert Jahren verbannt iſt. Ihr wan⸗


