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Angelo. Ihr bürgt mir für dieſen Menſchen?
Tisbe. Geht, Ihr wollt lachen! Eine köſtliche Gelegenheit, um dieß beſtürzte Weſen anzunehmen! Ein ſchlafender, einfältiger Guitarrenſpieler! Ei, Herr Podeſta, was iſt Euch denn? Ihr füllt Euer Leben bloß mit Fragen über dieſen und jenen aus! Aus allem ſchöpft Ihr Verdacht. Wie? iſt dieß Eiferſucht oder Furcht?
Angelo. Beides.
Tisbe. Eiferſucht?— Dieß begreife ich;— Ihr haltet Euch für verpflichtet, zwei Frauen zu bewachen.— Aber, Furcht?— Ihr, der Gewaltige, der ja ſelbſt
aller Welt Furcht einjagt?
Angelo. Der trifftigſte Grund, weshalb ich ſelbſt zittre!(er nähert ſich ihr und ſyricht leiſer). Horcht auf, Tisbe!— Ja, Ihr ſpracht es aus, ja, ich bin hier all⸗ gewaltig, bin Meiſter und ſchrankenloſer Zwingherr in dieſer Stadt, bin der Podeſta, den Venedig über Padua beſtellte, die Klaue des Tigers auf dem Schaf. Ja, allgewaltig bin ich, aber ſo unbeſchränkt ich hier herrſche, ſeht Ihr— Tisbe,— über mir ſchwebt ein großes, ent⸗ ſetzliches, dunkles Etwas, und das heißt: Venedig. Und wißt Ihr, arme Tisbe, was eigentlich Venedig iſt? Venedig,— ich will Euch's ſagen,— Venedig iſt nichts als die Staatsinquiſition; der Rath der Zehnmänner, der iſt Venedig! Oh, dieſer Rath der Zehn! laßt uns leiſe ſprechen, Tisbe, denn vielleicht belauſcht uns hier


