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Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
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auf meine Stirne, ſie nahm ihr Cruzifix und ließ ſich feſſeln. Ich ſehe es noch, dies Cruzifix; es war von blankem Kupfer, mein Name:Tisbe, ſtand mit der Spitze eines Stilets grob darauf gekritzelt. Ich war damals ſechszehn Jahre alt, ich ſah, wie dieſe Leute meine Nutter banden, ich konnte nicht ſprechen, nicht ſchreien, nicht weinen, unbeweglich war ich, vereist, wie im Traum, leblos. Das Volk ringsum war auch ſtumm. Aber bei dem Senator befand ſich ein junges Mädchen, das er an der Hand führte, ohne Zweifel ſeine Toch⸗

ter; dieſe wurde plötzlich von Mitleid bewegt. Eine

ſchöne junge Dame, Monſignor! Das arme Kind, es warf ſich dem Senator zu Füßen, und weinte ſo viele, ſo innig⸗fürbittende Thränen, und aus ſo ſchönen Augen, daß es Gnade für meine Mutter erlangte. Ja, Signor! Als meine Mutter wieder entfeſſelt war, nahm ſie meine Mutter nämlich ihr Cruzifix, gab es dem ſchönen Kinde und ſprach da⸗ zu: Bewahret dieß Cruzifix, Signora, es wird Euch Glück bringen. Seit der Zeit iſt meine Mutter geſtorben, eine Heilige geworden. Ich wurde reich und möchte jenes Kind, jenen Engel wiederſehen, der einſt meine Mutter rettete. Wer kann mir Aufſchluß geben? Sie iſt jetzt vielleicht verheirathet und alſo unglücklich. Vielleicht bedarf ſie meiner. In allen Städten, wohin ich komme, beſtelle ich mir den Sbirren, den Barigello, den Mann von der Polizei, erzähle ihnen das Aben⸗