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Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
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über Euch, ein Weſen habt, das geht, wenn Ihr geht, ſtehn bleibt, wenn Ihr ſtehn bleibt, lächelt, wenn Ihr weint, ein Weib... o nein, man weiß ja noch gar nicht, was ein Weib iſt, einen Engel um Euch, der Euch anblickt, der Euch ſprechen lehrt, lachen, lieben; der Eure Finger in ſeinen Händen wärmt, Euren Leib in ſeinem Schooß, Eure Seele in ſeinem Herzen; der Euch, wenn Ihr klein ſeid, ſeine Milch gibt, wenn Ihr groß ſeid, ſein eigenes Brod, ſein Leben jederzeit; zu dem Ihr ſagt: meine Mutter; das zu Euch ſpricht: mein Kind, und dieß mit ſo füßem Klang, daß dieſe zwei Worte Gott entzücken! Nun, eine Mutter von ſolchem Weſen hatte ich. Sie war eine arme, gattenloſe Frau, die auf den öffentlichen Plätzen Brescia's Morlak⸗ kiſche Lieder ſang. Ich ging mit ihr. Man warf uns kleine Münzen zu. Damit begann ich. Meine Mutter hatte ihren Platz gewöhnlich am Fuß der Statue von Gatta Melata. Eines Tages mochte wohl in dem Liede, das ſie ſang, ohne deſſen Inhalt zu verſtehen, irgend ein Spottreim gegen die Signoria von Venedig geweſen ſein, der die Leute eines Geſandten rings um uns la⸗ chen machte. Ein Senator ging vorüber. Er ſah, hörte und herrſchte dem Wachkapitän, der ihm auf dem Fuß folgte, zu:Zum Galgen mit dieſem Weib! Im Staat Venedig iſt man damit bald fertig. Meine Mutter wurde auf dem Fleck ergriffen; ſie erwiederte nichts; wozu auch? ſie umarmte mich, eine große Thräne fiel

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