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Angelo, Tyrann von Padua. Marion de Lorme / [Victor Hugo]. Dt. von Eduard Duller ...
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der nichts vermag, als zu ſchaden; denn alle Pforten, die

ſeiner Liebe verſchloſſen bleiben, öffnen ſich ſeiner Rache.

Endlich über dieſen drei Männern, zwiſchen jenen zwei Frauen als dazwiſchentretenden Vermittler, als Symbol, als Rath, den Gott, der am Kreuze ſtarb, ein⸗ zuordnen, jenes ganze Menſchenweh an des Cruzifixes Rückſeite zu nageln!

Nun aber aus allen dieſen Beſtandtheilen ein Drama zu geſtalten, und zwar nicht eben ganz fürſtlich, damit die Möglichkeit der Anwendung nicht innerhalb allzugroßer Proportionen verſchwinde, doch eben auch nicht ganz bür⸗ gerlich, damit die Geringfügigkeit der Perſonen den Um⸗ fang der Idee nicht beeinträchtige, nein: fürſtlich und häuslich zugleich, das erſtere, weil das Drama groß, das letztere, weil es wahr ſein ſoll. Ferner gilt es, um jenem Bedürfniß des Geiſtes zu genügen, welches ſtets der Vergangenheit in der Gegenwart begegnen und aus der Vergangenheit die Gegenwart herausfinden will, in dieſem Werke dem ewigen, dem rein menſchlichen, dem ſocialen Elemente das hiſtoriſche beizumiſchen. Die Auf⸗ gabe verlangt auch, daß auf dem Wege, den die Gele⸗ genheit dieſer Idee einmal darbietet, nicht blos der Mann und das Weib, nicht blos jene zwei Frauen und jene drei Männer, ſondern auch ein ganzes Jahrhundert, ein beſtimmtes Klima, eine ganze Civiliſation, ein ganzes Volk gemalt, daß ferner, nach den beſonderen hiſtoriſchen Daten, eine ſo einfache, wahre und compakte, eine ſo