die Revolutionen nicht entwurzelt haben. Mit Freuden ergreift auch er die Axt, um ſeinen Schlag mitzugeben, und um den Einſchnitt zu vergrößern, welchen Beccaria vor etwa ſechszig Jahren an dieſem ſchmählichen Galgen, der über die ganze Chriſtenheit Jahrhunderte lang hin⸗ ragt, gemacht hat.
Wir haben geſagt, daß das Schaffot das einzige von der Revolution nicht niedergeriſſene Gebäude iſt. Selten iſt eine Revolution mäßig, und beinahe immer dürſtet ſie nach Menſchenblut. Revolutionen beſchmutzen, zerfreſſen und entvölkern die Geſellſchaft; ſie ſind grau⸗ ſam und roh, und die Todesſtrafe iſt ein Meſſer, das ſie nur ungern aus den Händen legen.
Vielleicht wäre die Juli⸗Revolution von 1830 von allen andern noch die einzige geweſen, welcher man in dieſer Hinſicht etwas hätte zutrauen dürfen; von dem milden Volksgeiſte, der ſich hier regte, hätte man wohl erwarten dürfen, daß er die barbariſchen Einrichtungen von Ludwig XI., von Richelieu und Robespierre mildern und die Unverletzlichkeit eines Menſchenlebens in die neuen Geſetztafeln einſchreiben würde. Das Jahr 1830 hätte das Schlachtmeſſer von 1793 zerbrechen ſollen.
Einen kurzen Augenblick haben wir uns mit dieſer Hoffnung geſchmeichelt. Im Auguſt 1830 ſah man überall


