ſie Mrs. Wildmann bereits eingeflöſ't hatte. Dieſe edle Frau ſuchte mit ihrer gewohnten Güte ihre Bekannt ſchaft zu machen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie⸗ lud ſie in die Abtei ein, behandelte ſie mit der zarteſten Aufmerkſamkeit und erbot ſich, als ſie bemerkte, daß ſie vielen Geſchmack am Leſen hatte, ihr alle in ihrem Beſitze befindlichen Bücher zu leihen. Sie lieh einige Wenige, beſonders die Werke von Sir Walter Scott, gab ſie aber bald wieder zurück; Lord Byron's Schrif⸗ ten ſchienen die einzige Lektüre abzugeben, an der ſie ſich erfreute, und wenn ſie nicht in denſelben las, brachte ſie ihre Zeit in ſinnigem Nachdenken über ſeinen Genius hin. Ihre Begeiſterung breitete eine ideale Welt um ſie aus, in welcher ſie wie in einem Traume ſich be⸗ wegte und lebte, zuweilen das wirkliche Elend vergeſ⸗ ſend, das ſie in ihrem ſterblichen Zuſtande umlagerte.
Eine ihrer Rhapſodien iſt jedoch ſehr ſchwermüthiger Art; ſie ſieht ihrem Tode entgegen, was ihre gebrech⸗ liche Geſtalt und ihre zunehmeuden Uebel nur zu wahr⸗ ſcheinlich machten. Dieſe Verſe haben folgende Ueber⸗ ſchrift:
Geſchrieben unter dem Baum auf Crowholt Hügel, wo ich begraben zu werden wünſche, wenn ich zu Newſtead ſterben ſollte.
Hier einige der an Lord Byron gerichteten Strophen:—
„Betrittſt du dieſen Boden, Fremdling, Stehſt unter dieſem Baum du,


