bedurfte der Axt nicht. Bald hatten wir mächtige Feuer, die in die froſtige Luft empor flammten und flackerten und den ganzen Wald erleuchteten; aber ach, wir hat⸗ ten nichts daran zu kochen. Der Nahrungsmangel im Lager ſtieg faſt zur Hungersnoth. Glücklich, wer ein Stück eingemachtes Fleiſch oder auch nur die halb ab⸗ genagten Knochen eines frühern Mahles hatte! Wir ſelbſt waren glücklicher an unſerm Feuer als unſere Nachbarn, da einer unſrer Leute ein Truthuhn geſchoſſen hatte. Wir hatten kein Brod dazu, und auch kein Salz, um ihm Geſchmack zu geben. Es wurde blos in Waſſer gekocht; das letztere wurde als Suppe aufgetragen und wir freuten uns, jeden Biſſen des Vogels an dem leeren Salzpack zu reiben, in der Hoffnung, deſſen Geſchmack⸗ loſigkeit mit einem kleinen Salztheilchen zu würzen.
Die Nacht war bitterkalt; das helle Mondlicht fun⸗ kelte auf den Eiskryſtallen, welche alles um uns her be⸗ deckten. Das Waſſer gefror an dem Fell auf dem wir ſchliefen und am Morgen fand ich das Tuch, in das ich mich gehuͤllt hatte, mit Reif bedeckt; dennoch hatte ich nie ſo gut geſchlafen.
Nach einem Schatten von einem Frühſtück, aus Truthuhn⸗Knochen und einer Taſſe Kaffee ohne Zucker beſtehend, brachen wir zu guter Stunde auf; denn der Hunger iſt ein guter Sporn auf der Reiſe. Die Prai⸗ rien funkelten im Reif, der die hohen Kräuter bedeckte und in der Sonne ſpielte. Wir ſahen große Flüge von Prairie⸗Hennen, die von Baum zu Baum flatterten


