Druckschrift 
Eine Reise auf den Prairien / von Washington Irving
Einzelbild herunterladen

239

die Schwungkraft zu ſehen, mit welcher er über die Wieſe trabte. Da Beatte es unmöglich fand, ihm nahe genug zu kommen um die Schlinge zu brauchen, und ſah, daß das Pferd zurückwich und unruhig ward, gleitete er langſam vom Sattel herab, legte die Büchſe auf den Rücken ſeiner Stute und zielte in der unverkennbaren Abſicht, es zu zeichnen. Mir bangte um die Erhaltung des edeln Thieres und ich rief Beatte zu, abzuſtehen. Es war zu ſpät. Er drückte los, als ich redete. Zum Glück ſchoß er nicht mit ſeiner gewöhnlichen Genauigkeit und ich hatte die Freude, den kohlſchwarzen Hengſt un⸗ verletzt in den Wald davonjagen zu ſehen.

Dieſes Thal verlaſſend, ſtiegen wir wieder zerklüf⸗ tete Hügel empor und kamen durch rauhe verwachſene Wälder, die Roſſe und Reiter zumal erſchöpften. Die Schluchten waren von rothem Thon und oft ſo ſteil, daß die Pferde beim Niederſteigen die Füße zuſammen⸗ zuſtellen und ganz hinabzurutſchen pflegten und dann die andere Seite wie Katzen hinauf klettern mußten. Dann und wann fanden wir in dem Dickicht der Thäler Schleen und virginiſche Dattelpflaumen und der Eifer, mit welchem die Leute aus der Marſchlinie ſtürzten, und dieſe armen Früchte zu ſammeln eilten, zeigte, wie ſehr ſie ſich, nachdem ſie ſo lange ausſchließlich von Fleiſch gelebt, nach vegetabiliſcher Nahrung ſehnten.

Gegen halb drei Uhr lagerten wir uns an einem Bache, auf einer Wieſe, wo ſich für unſere halbver⸗ hungerten Pferde eine ſpärliche Weide darbot. Da Beatte