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Eine Reise auf den Prairien / von Washington Irving
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ſchweigſam. Wenn die Indianer aber unter ſich ſind, kann man kaum größere Plauderer finden. Sie bringen die Hälfte ihrer Zeit mit dem Beſprechen ihrer Fährlich⸗ keiten auf der Jagd und im Kriege und mit der Erzäh⸗ lung komiſcher Geſchichten hin. Sie ſind auch große Mimiker und Poſſenreiſſer und unterhalten ſich ungemein auf Koſten der Weißen, mit denen ſie beiſammen waren und die da glaubten, ihnen einen tiefen Reſpekt vor ihrer Größe und Würde eingeflößt zu haben. Sie ſind neugierige Beobachter und merken ſchweigend, aber mit einem ſcharfen und ſichern Auge auf alles, wobei ſie ge⸗ legentlich unter einander einen Seitenblick oder einen Kehllaut wechſeln, wenn ihnen etwas ſehr auffällt; ihre Bemerkungen darüber behalten ſie jedoch für ſich, bis ſie allein ſind. Dann laſſen ſie der Kritik, der Satyre und der Poſſenreiſſerei vollen Lauf.

Während meiner Reiſe die Grenze entlang hatte ich wiederholt Gelegenheit, die Munterkeit und lärmende Fröhlichkeit ihrer Spiele zu beobachten; dann und wann ſah ich eine Gruppe Oſagen, die bis ſpät in die Nacht um ein Feuer ſaßen und die belebteſte und heiterſte Un⸗ terhaltung pflegten, wobei zuweilen die Wälder von dem Schalle ihres Gelächters wiederhallten.

Die Thränen angehend, ſo haben ſie deren in Ue⸗ berfluß, ſowohl wirkliche als künſtliche— denn ſie thun ſich manchmal viel darauf zu gut. Man kann nicht reichli⸗ cher und bitterlicher über den Tod eines Freundes oder

Verwandten weinen; ſie gehen zu gewiſſen Zeiten an Irving's Reiſe. 4