— 48—
ſie mit einem Trommeln der Hände auf der Bruſt be⸗ gleiteten. Dieſer Geſang ſchien aus regelmäßigen Stro⸗ phen zu beſtehen, deren jede nicht in melodiſchem Falle, ſondern mit dem abgebrochenen Ausruf hah! wie ein laut werdendes Schlucken endigte. Dieſes Lied bezog ſich, wie unſer Dolmetſcher Beatte uns meldete, auf uns, unſer Aeußeres, unſer Benehmen gegen ſie und auf alles, was ſie von unſern Reiſeplanen wußten, Ein Theil deſſelben galt dem jungen Grafen, deſſen lebendi⸗ ges Weſen und Glut nach Indigniſchen Abenteuern ihre Phantaſie erregt hatte; auch ließen ſie einiges Schalk⸗ hafte über ihn und die jungen Indianiſchen Schönheiten ein⸗ fließen, das unter unſern Meſtizen große Heiterkeit per⸗ breitete..
Dieſe Art zu improviſiren iſt allen wilden Stämmen gemein und ſie beſingen in dieſer Weiſe, mit wenigen einfachen Veränderungen der Stimme, alle ihre Thaten im Krieg und auf der Jagd und überlaſſen ſich zuweilen einem Erguß komiſchen Humors und trockener Satyre, zu welcher, wie mir es ſcheint, die Indianer ſich mehr hinneigen, als man gewöhnlich glaubt.
Die Indianer, die ich zu ſehen Gelegenheit hatte, ſind wirklich in dem Leben ganz andere Weſen, als die Poeſie ſie ſchildert— ſchweigſam, unbeugſam, ohne Lä⸗ cheln und ohne Thräne. Schweigſam ſind ſie freilich, wenn ſie bei weißen Männern ſind, deren gutem Willen ſie nicht trauen und deren Sprache ſie nicht verſtehen; aber der weiße Mann iſt unter gleichen Umſtänden auch


