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Eine Reise auf den Prairien / von Washington Irving
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ihre Gräber, um zu jammern und zu weinen. Ich habe in der Nähe Indianiſcher Dörfer mit Anbruch des Tages ſchmerzvolles Wehklagen von Dörflern gehört, welche zu dieſer Stunde in die Felder gingen, um die Todten zu beweinen und zu betrauern und in ſolchen Zeiten fließen, wie ich hörte, die Thränen ſtromweiſe ihr)e Wangen herab.

So weit ich urtheilen kann, iſt der Indianer der Poeſie wie der Hirte des Schäferromans eine bloße Ver⸗ ſinnlichung idealiſcher Eigenſchaften.

Der näſelnde Geſang unſerer Oſage⸗Gäſte verſcholl allgemach; ſie bedeckten ihre Köpfe mit ihrem Umwurf und verfielen in tiefen Schlaf. Nach einer kurzen Weile herrſchte allgemeine Stille, das Platſchen einzelner Re⸗ gentropfen, die auf unſer Zelt fielen, ausgenommen.

Am Morgen frühſtückten unſere drei Indianiſche Gaſte mit uns, aber der junge Oſage, der die Rolle ei⸗ nes Schildknappen bei dem fahrenden Ritterleben des Grafen auf den Prairien, ſpielen ſollte, war nirgends zu finden. Auch ſein wildes Pferd wurde vermißt. Nach manchen Vermuthungen kamen wir zu dem Schluſſe, er habe in der Nacht ⸗einen Indianiſchen Abſchied“ von uns genommen. Wir vergewiſſerten uns hernach, daß er zu dieſem Schritte von den Oſagen verleitet worden war, mit welchen er die Tage vorher zuſammengetroffen, und die ihm die Gefahren, welche ſeiner auf einem Zuge in das Jagdgebiet der Pawnees harrten, wo er in die Hande der unverſöhnlichen Feinde ſeines Stammes fallen