Druckschrift 
Humoristische Geschichte von New-York : von Anbeginn der Welt bis zur Endschaft der holländischen Dynastie ; in sieben Büchern / von Dietrich Knickerbocker
Einzelbild herunterladen

8

nen Ideen, woraus meine Frau ſchloß, daß es bei ihm im Oberſtübchen nicht richtig ſey. Hierauf ließ denn Manches ſchließen. Denn in ſeinem Zimmer lag alles von Papieren und Büchern durcheinander, die Niemand anrühren durfte. Einmal wurde in ſeiner Abweſenheit das Zimmer rein gemacht; wie ſchimpfte er da, ſagte, alles ſey aus ſeiner Ordnung und nun nicht mehr aus dem Labyrinth zu kommen. Und doch hatte er zuvor oft ſtundenlang nach Papieren geſucht, die er gut aufgehoben zu haben verſicherte. Meine Frau konnte nicht umhin, ihn zu fragen, was er mit ſo vielem Zeug denn anfange. Seine Antwort: adaß er die Unſterblichkeit ſuche,» beſtätigte ſie noch mehr in ihrer Vermuthung über den Gemüthszuſtand des alten Mannes.

Er war ein recht eifriges Männchen; wenn er nicht auf dem Zimmer ſaß, lief er den ganzen Tag in der Stadt nach Neuigkeiten herum und bekümmerte ſich viel um die Wahlen. Zu Hauſe aber ſchimpfte er auf beide Partheien, die der Nation noch die Röcke vom H n reißen würden. Unter den Nachbarn galt er als ein Orakel; beſonders am Nachmittage, wo ſie ſich um ihn ſammelten, wenn er auf der Bank am Thor ſein Pfeif⸗ chen rauchte; und gewiß würde er alle auf ſeine Seite gebracht haben, wenn ſie nur jemals hätten klar kriegen können, was er eigentlich meinte.

Meine Frau verlor endlich, weil gar keine Zahlung erfolgte, die Geduld, und gab ihm zu verſteben, daß es Zeit wäre,«daß gewiſſe Leute von gewiſſen Leuten Geld