Teil eines Werkes 
10.-12. Bdchen (1829)
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Treue eines Mannes zu vertrauen, der an ſeinem Hofe er⸗ zogen worden?, Ferdinand erwiederte, daß er ihm zwar vollkommen trauen koͤnne, daß er aber ein ſo unumſchraͤnk⸗ tes Vertrauen nicht, auf den Zufall hin, auf ſeine Kinder und Erben zu uͤbertragen vermoͤge. Hierauf entgegnete Diego, daß es aller Gerechtigkeit und Vernunft zuwider⸗ laufe, ihn fuͤr die Suͤnden ſeiner Nachkommen, deren er vielleicht niemals haben werde, buͤßen zu laſſen.

Demungeachtet, ſo ſehr der junge Admiral die Vernunft und die Gerechtigkeit auf ſeiner Seite hatte, fand er es un⸗ möglich, den ſchlauen Monarchen zur Erfuͤllung zu bewe⸗ gen. Da er alle Appellationen an die Grundſaͤtze der Bil⸗ ligkeit und Gefuͤhle der Großmuth fruchtlos fand, bat er um die Erlaubniß, ſeine Anſpruͤche in dem Wege Rechtens verfolgen zu duͤrfen. Der Koͤnig konnte ſich einem ſo ver⸗ nuͤnftigen Begehren nicht widerſetzen, und Don Diego fing vor dem Gerichtshof von Indien einen Proceß gegen den

Koͤnig Ferdinand an, den er auf die wiederholten Capitu⸗

lationen zwiſchen der Krone und ſeinem Vater gruͤndete

und worin er alle ihm von Ihren Majeſtaͤten ertheilten

Wuͤrden und Vorrechte reclamirte.

Ein Grund der Nichterfuͤllung dieſer Anſpruͤche war der, daß die in den von den Souverainen im Jahr 1492 gewaͤhrten Capitulations⸗Punkten dem Admiral und ſeinen Nachkommen ertheilte Wuͤrde als erblicher Vicekoͤnig keinen Beſtand haben koͤnne, weil ſie den Rechten des Staates und einem ausdruͤcklichen Geſetz zuwiderlaufe, welches, im Jahre 1480 zu Toledo erlaſſen, feſtſetze, daß kein Amt,