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von achtungswerther, edler Natur. Herrera ſpricht wieder⸗ holt von der Liebenswuͤrdigkeit und Feinheit ſeines Beneh⸗
mens, und nennt ihn einen edlen Mann, aller Verſtellung
fremd. Dieſes offene, ungeheuchelte Weſen ſetzte ihn oft der Hinterliſt ſchlauer Menſchen aus, die in Tuͤcke ergraut, ſein Leben in eine fortlaufende Reihe von Verlegenheiten verwik⸗ kelte; aber die Rechtſchaffenheit ſeines Charakters und die unbeſiegbare Macht der Wahrheit ließen ihn uͤber die Schwie⸗ rigkeiten ſiegen, in welchen ſich politiſchere und ſchlauere Kopfe gefangen haben wuͤrden. 6
Sogleich nach dem Tode des Admirals erklaͤrte ſich Don Diego als ſeinen Stamm⸗Erben und nahm ſich der Zuruͤck⸗ gabe der Familienrechte und Prioilegien an, welche waͤhrend der letzteren Lebensjahre ſeines Vaters ſuspendirt worden waren. Konnte jedoch der kalte und ſchlaue Ferdinand ſeine Pflichten der Dankbarkeit und Gerechtigkeit gegen Columbus vergeſſen, ſo nahm er noch weniger Anſtand, gegen die Sollicitationen ſeines Sohnes taub zu bleiben. Zwei Jahre lang betrieb Don Diego ſeine Anſpruͤche mit erfolgloſem Eifer. Er empfand die offenbare Ungnade des Koͤnigs um ſo ſchmerzlicher, da er als Page bei ſeinem Hofſtaate unter ſeinen Augen erzogen worden und ſein Charakter dadurch genau haͤtte bekannt ſeyn und gewuͤrdigt werden ſollen, Endlich, bei der Ruͤckkehr Ferdinands von Neapel im Jahre 1508 wagte er, mit der ſeinem Charakter inwohnenden Offenheit, gradezu die Frage an den Koͤnig:„ob Seine Majeſtaͤt ihm nicht als Gnade gewaͤhren wolle, was ihm dem Rechte nach zukomme, und warum Er zoͤgere, der


