— 409—
den Hinterhalt und befahl ihnen, jeden Boten, der ſich naͤhere, zu erſchlagen. Dieſe hatten nicht lange zu warten; ſie ſahen zwei Maͤnner durch den Wald herannahen, von denen der eine ein gefangener Ciguayer und der andere ein den Spaniern befreundeter Indianer war. Beide wurden auf der Stelle getoͤdtet. Der Adelantado folgte in geringer Entfernung mit nur zehn Mann zu Fuß und vier Reitern. Wie er ſeine Boten auf dem Waldpfade mit Pfeilen durch⸗ bohrt dahin geſtreckt ſah, wurde er ſehr zornig und be⸗ ſchloß, es dieſen halsſtarrigen Stamm ſchwer entgelten zu laſſen. Er ruͤckte daher mit ſeiner ganzen Streitmacht nach Cabron vor, wo Mayobaner und ſein Heer ſtanden. Bei ſeinem Kommen flohen die Unter⸗Caziken und ihre Freunde, ganz von Schrecken uͤber die Spanier erfuͤllt, in der groͤß⸗ ten Eile davon. Wie der ungluͤckliche Mayobaner ſich auf dieſe Weiſe verlaſſen ſah, nahm er mit ſeiner Familie ſeine Zuflucht zu einem entlegenen Ort im Gebirg. Mehrere Ciguayer ſuchten den Guarisnex auf, um ihn zu toͤdten oder als Suͤhnopfer auszuliefern; aber er floh zu den Hoͤ⸗ hen, wo er in den wildeſten und oͤdeſten Gegenden einſam umher irrte.
Das uͤppige Wachsthum der Waͤlder und die Wildheit der Gebirge machten dieſen Feldzug aͤußerſt muͤhevoll und chwierig, und verzoͤgerten ihn viel mehr als der Adelantado gedacht hatte. Seine Leute litten nicht bloß von der An⸗ ſtrengung, ſondern auch durch Hunger. Die Eingebornen waren alle in die Berge geflohen, ihre Doͤrfer blieben leer und veroͤdet; die ganzen Vorraͤthe der Spanier beſtanden


