Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1828)
Einzelbild herunterladen

durch ein haͤßliches Anſehen erhielten; Baͤnder von Baum⸗ wolle liefen feſtgebunden oberhalb und unterhalb der fleiſchi⸗ gen Theile ihrer Arme und Beine, daß dieſe einen unver⸗ haͤltnißmaͤßigen umfang hatten, eine große Schoͤnheit nach ihrer Meinung, und eine Sitte, die ſich bei den verſchiede⸗ nen Staͤmmen der neuen Welt vorherrſchend fand. Wie⸗ wohl in Ketten gelegt, und in der Macht ihrer Feinde, be⸗ hielten ſie doch ihre drohende Stirn und eine Miene der Verachtung bei. Peter Martyr, der ſie oft beſuchte, als ſie nach Spanien kamen, bemerkt aus eigner Erfahrung und nach der Verſicherung derer, die ihn begleiteten, daß es un⸗ moͤglich geweſen, ſie ohne ein gewiſſes innerliches Grauen anzuſehen, ſo habe ihnen die Natur eine drohende, furchter⸗ weckende Miene gegeben. Gedachter Eindruck war jedoch ohne Zweifel groͤßtentheils Folge der Idee, daß es Men⸗ ſchenfreſſer ſeyen. In dieſem Gefecht hatten ſich die India⸗ ner, wie der naͤmliche Autor erzaͤhlt, giftiger Pfeile be⸗ dient, und einer der Spanier ſtarb in wenigen Tagen an einer Wunde, die er von einer der Heldinnen erhalten hatte.*)

Indem Columbus ſeine Reiſe fortſetzte, bekam er eine große Gruppe von Inſeln zu Geſicht, die mancherlei Geſtalten und Erſcheinungen zeigte. Einige waren gruͤn und mit Wal⸗ dung bedeckt, der groͤßere Theil aber nackt und unfruchtbar, mit

*) P. Martyr decad. 1, lib. II. Hist, del Almirante, c. 47. Les Casas hist. Ind, c. 85. M8. Brief des Dr. Chanca. 4 3