— 19—
Verſchiedne Eingeborne hatte man im Verlauf des Ta⸗ ges da und dort an der Kuͤſte geſehen, ſie blickten die Schiffe mit Verwunderung an, aber wenn die Boote ſich der Inſel naͤherten, flohen ſie in ihre Waͤlder und Berge. Einige Weiber dagegen kamen zu den Spaniern gelaufen; es waren Gefangene, die von den andern Inſeln entfuͤhrt worden waren. Columbus ließ ſie mit kleinen Schellen, mit Schnuͤren von Perlen und Glaskorallen zieren und ſandte ſie wieder an's Ufer, in der Hoffnung, dadurch einige von den Maͤnnern der Inſel anzulocken. Die Weiber ka⸗ men bald zu den Booten zuruͤck, von den wilden Inſula⸗ nern ihres Schmuckes beraubt, und flehend, man moͤge ſie an Bord der Schiffe nehmen. Der Admiral erfuhr von ih⸗ nen, daß die meiſten Maͤnner der Inſel abweſend waͤren, da ihr Koͤnig mit zehn Canoes und dreihundert Kriegern auf einen Raubzug ausgefahren ſey, um Beute und Gefan⸗ gene zu machen. Wenn die Maͤnner auf ſolche Zuͤge auslie⸗ fen, blieben die Weiber zuruͤck, um ihre Kuͤſten gegen Ein⸗ draͤnger zu vertheidigen. Sie ſollten geſchickte Bogenſchuͤtzen ſeyn, ihren Maͤnnern an kriegeriſchem Geiſte aͤhnlich und an Staͤrke und Unerſchrockenheit gleich.*)
Außer den weiblichen Fluͤchtlingen, die an Bord der Schiffe Schutz ſanden, lebten noch mehrere Knaben als Ge⸗ fangene unter den Eingeborenen, die auf einige Zeit zu einer ſonderbar raffinirten Grauſamkeit aufgehoben wurden. Die Spanier hoͤrten naͤmlich, daß es bei den Caraiben der
*) P,. Martyr, decad. 3. lib. IX. 2*


