— 18— que, mit acht Mann vermißt werde. Er war mit ſeinem
Trupp fruͤhmorgens ohne Erlaubniß an's Land gegangen, hatte ſich in die Waldungen begeben und ſeitdem nichts von
ſich ſehen noch hoͤren laſſen. Am naͤchſten Tage, als die
Wanderer noch immer nicht zuruͤckkehrten, wuchs die Be⸗ ſorgniß des Admirals; er fuͤrchtete, ſie moͤchten von einem Hinterhalt der Indianer uͤberfallen worden ſeyn; denn ei⸗ nige von den Leuten waren ſo erfahrene Schiffer, daß man
verſichert ſeyn konnte, wenn ſie ſich verirrt haͤtten, wuͤrden
ſie nach dem geſtirnten Himmel leicht ihren Ruͤckweg gefun⸗ den haben. Es wurden, um ſie aufzuſuchen, Streifzuͤge nach verſchiedenen Richtungen unternommen, und jeder Trupp mit einem Trompeter verſehen, um Signale und Erken⸗ nungszeichen zu geben. Kanonen wurden von den Schiffen geloͤſt und Flinten an der Kuͤſte abgefeuert, doch alles ver⸗ gebens, und die Streifparthieen kehrten am Abend ermuͤdet vom fruchtloſem Nachforſchen zuruͤck. Sie hatten mehrere Weiler beſucht, in welchen ſie, wie ſie meinten, Beweiſe des canibaliſchen Appetits der Eingeborenen antrafen, die nicht geeignet waren, ihre Beſorgniß uͤber das Schickſal ih⸗ rer Gefaͤhrten zu zerſtreuen. Menſchliche Gliedmaßen hin⸗ gen an den Balken in den Haͤuſern, als ſeyen ſie zum Vorrath aufgehaͤngt; ſie fanden den Kopf eines friſch er⸗ ſchlagenen jungen Mannes, der noch blutete, ſahen auch einige ſeiner Glieder neben dem Fleiſch von Gaͤnſen und Papagaien am Feuer kochen oder braten.*)
*) P. Martyr, 147. Brief, an Pomponius Lätus. Der⸗ ſelbe Decad. 1. lib. II.


