— 344— war in Ungewißheit, ob Columbu Weg zu den naͤmlichen Laͤndern gefu ſtand ſeiner eigenen Entdeckungen geworden und in jener paͤpſtlichen Bulle mit inbegriffen waͤren, welche der Krone Portugal alle Laͤnder zuſicherte, die es vom Cap Non bis zu dem Indien entdecken wuͤrde.
Als er dieſe Bedenken ſeinen Raͤthen vorlegte, beſtaͤtig⸗ ten ſie dieſelben mit Leidenſchaftlichkeit. Von ihnen waren einige dieſelben, welche einſt den großen Plan verlacht und
Columbus als einen Traͤumer verſpottet hatten. Ihnen war ſein glruͤcklicher Erfolg eine Quelle der Beſtuͤrzung; jede Hindeutung auf ſeine Wichtigkeit fuͤhlten ſie wie einen Vorwurf auf ſich laſten, und die mit Ruhm gekroͤnte Ruͤck⸗ kehr des Columbus war eine tiefe Demuͤthigung fuͤr ſie. Unfäͤhig, die hohen und edlen Gedanken zu faſſen, die ihn in dieſem Augenblick uͤber alle untergeordnete Ruͤckſichten erhoben, legten ſie allen ſeinen Handlungen kleinliche und unedle Motive unter. Seine natuͤrliche Freude wurde fuͤr
beleidigendes Triumphiren ausgegeben, und ſie beklagten ſich
uͤber ihn, daß er einen ruhmredigen, großſprecheriſchen Ton annehme, wenn er mit dem Koͤnige von ſeiner Entdeckung rede, als wolle er ſich an dem Monarchen dafuͤr raͤchen, daß dieſer ſeine Antraͤge zuruͤckgewieſen habe.*) Daher ſuch⸗
s nicht einen kuͤrzeren nden, welche der Gegen⸗
*) Vasconcellez vida de D. Jnan II. lib. VI. Die
portugieſiſchen Geſchichtſchreiber legen allgemein dem Co⸗ lumbus zur Laſt, daß er ſich hochmüthig benommen und ruhmredig von ſeinen Entdeckungen mit dem Könige ge⸗


