— 332— weit vom Meere entfernt ſtand eine kleine Einſiedelei oder Kapelle, der heiligen Jungfrau geweiht, die zu dieſem Zwecke gut gelegen war, und er traf daher unmittelbar An⸗ ſtalten zur Verrichtung dieſer gottesdienſtlichen Handlung. Die drei Boten ſandten bei ihrer Ruͤckkehr nach ihrem Dorfe einen Prieſter hinaus, um die Meſſe zu leſen, die Haͤlfte der Mannſchaft ging an's Land und pilgerte barfuß und in ih⸗ ren Hemden nach der Kapelle, waͤhrend der Admiral zu⸗ ruͤckblieb, um auf ſie zu warten und dann mit dem uͤbrigen Schiffsvolk dieſelbe Ceremonie zu machen.
Aber ein unsroßmuͤthiger Empfang war den armen vom Sturm verſchlagenen Seeleuten bei ihrer erſten Ruͤckkehr zu den Sitzen cultivirter Menſchen bereitet, weit verſchieden von dem Mitgefuͤhl und der Gaſtfreundſchaft, welches ſie unter den Wilden der neuen Welt gefunden. Kaum hatten ſie ihre Gebete und Dankſagungen begonnen, als der ganze Troß des Dorfes zu Fuß und zu Pferde, den Gouverneur an der Spitze, die Kapelle umzingelte und ſie alle zu Ge⸗ fangenen machte.
Da ein hervorragendes Stuͤck Land die Einſiedelei vor den Augen der Caravele verbarg, ſo blieb der Admiral mit dem Vorfall unbekannt. Als es eilf uhr wurde und die Pilger noch nicht zuruͤck waren, fing er indeſſen an zu fuͤrchten, daß ſie von den Portugieſen zuruͤckgehalten wuͤr⸗ den oder das Boot auf einer von den Klippen, welche die Inſel umgeben, von der Brandung zertruͤmmert worden ſey. Er lichtete daher die Anker und fuhr ſo weit zuruͤck, daß er die Gegend der Kapelle und des benachbarten ufers uͤber⸗


