Teil eines Werkes 
4. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

269

wenn ich es mißbrauche, iſt es meine Sache, das, was ich thue, zu vertreten, und dazu bin ich erboͤ⸗ tig. Der Nitter Carl von Riſe hat die Wahl! Waldemar betrachtete mit einem durchdringenden Blicke den ſinſtern, furchtbaren Verwandten. Er ſann einen Augenblick nach, dann ſagte er mit un⸗ terdruͤcktem Unmuthe:wie ſeltſam die letzte Be⸗ dingung auch ſcheine, und wie tief es mich auch empoͤren wuͤrde, meinen Neffen in einen Henker und meine Halle in ein blutiges Hochgericht ver⸗ wandelt zu ſehen halte ich doch mein Wort und breche es nicht. Wenn Ritter Carl von Riſe ſich ſo weit demuͤthigt, Eure letzte empoͤrende Be⸗ dingung zu waͤhlen, da werde ich meine Blicke mit Abſcheu hinwegwenden und Euer Wille geſchehe! Doch hoffe ich, daß der biederſte, edelgeborne Ritter die erſte Bedingung waͤhlen werde, die, wie ſchmerz⸗ lich die Erfuͤllung mir auch ſeyn mag, doch jetzt allein dieſe Sache ohne Schimpf und Schande der Ritterſchaft und des Königsſtammes beendigen kann!

Der König ſchwieg und ſetzte ſich nieder. Alle Augen waren nun auf Ritter Carl gerichtet, der, ohne ein Wort zu ſagen, mit feſten Schritten her⸗