17
Blendwerk der Hoͤlle!— Dein Spottwort war nur Wahrheit,— ja hier iſt mein Thron, hier mein Scepter; ich biete Dir noch Troͤtz.“ Mit dieſen Worten, von einem wilden Blicke beglei⸗ tet, ließ der ungluͤckliche Biſchof ſich mit Stolz an dem Rande ſeines Sarges nieder und ſchwang die Geißel uͤber ſein kahles Haupt.— „Wahnſinniger Thor mit Euch iſt nichts mehr auszurichten!“ murrte Graf Heinrich vol⸗ ler Unmuth, den Pilgermantel um ſich werfend,
und begab ſich mit Hohngelaͤchter von dannen.
„Lache nur, daß die ganze Hoͤlle bebt!“
fluͤſterte der Biſchof, und ſchlug ein Kreuz; „von hinnen mußt Du doch!“ blaß und er⸗
mattet ſank er in den Sarg zuruͤck.
Als er am Morgen zur voͤlligen Beſinnung kam, erhob er ſich mit feierlichen, triumphirenden Zuͤgen, und erzaͤhlte den andaͤchtigen Kloſterbruͤ⸗ dern, wie er dieſelbe Nacht eine ſchwere Anfech⸗ tung gehabt, allein daß er durch den Beiſtand der heiligen Jungfrau, unter ſtrengen Bußuͤbungen,
den boͤſen Feind aus ſeiner Zelle vertrieben habe.
Er hoffte, daß er nun, ſo wie der heilige An⸗ tonius, ſich auf immer den Verſucher vom Halſe IV. 2


