Teil eines Werkes 
3. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

299

als ſetzte er voraus, daß ich ihn nothwendig lie⸗ ben muͤſſe.

Aber Ihr liebtet ihn doch recht innig?

Verſteht ſich; doch mein Vater iſt ſtreng, und hat mich einem auslaͤndiſchen Fuͤrſten oder dem Kloſter beſtimmt; und beſaͤße Carl Muth, ernſtlich an mich zu denken, muͤßte er auch eine Probe aushalten können, und ſich von einem kaltſinnigen Laͤcheln nicht zuruͤckſchrecken laſſen; er muͤßte eben ſo verwegen wie beſcheiden ſeyn, eben ſo treu und ausharrend, um mich ſelbſt zu gewinnen, als kuͤhn und unverzagt, alle Hinder⸗ niſſe zu beſiegen.

Ihr ſollt ſehen, daß er es iſt! Allein wenn Ihr ihn nun mit dem halben Ohre und der haͤß⸗ lichen Narbe uͤber der Naſe erblickt!

Was! nichts weiter? rief Rigmor froh, das kann ihn doch nicht ſo ſchrecklich haͤßlich machen; und wenn ich es recht bedenke, liebe Kirſtine, muß ich ihn doch eben ſo lieben, wie vorher, koͤnnte ich es auch nicht aushalten mehr von ihm zu ſehen, als die lieben treuen Augen, die er jedoch nicht verloren hat.

Liebe, theure Rigmor! fluͤſterte die Ge⸗