Teil eines Werkes 
3. Theil (1827)
Entstehung
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faͤhrtin froh und kuͤßte ſie durch den Schleier⸗ Und nun eilte ſie die Schloßtreppe zu Rigmors einſamen Zimmer hinauf; die alte Marthe, Rig⸗ mors Mantel forttragend, ließ ſie allein.

Wirf doch den dummen Schleier zuruͤck, gute Kirſtine! ich habe ja noch kaum Deine freund⸗ lichen Augen geſehen. Mit dieſen Worten riß Rigmor den dichten Schleier von dem Angeſichte ihres lieben Gaſtes, das ſie freundlich kuͤßte und ſtreichelte. Mit Waͤrme und Heftigkeit wurden ihre Lieb⸗ koſungen erwiedert. Doch auf ein Mal zog Rig⸗

mor Hand und Mund auruͤck, vor Scham, Freude und Unmuth ergluͤhend; denn an dem ſcharfen Kinn entdeckte ſie nun, daß es Carl von Niiſe ſelbſt ſey, den ſie umarmt und dem ſie ihre Liebe anvertraut hatte. Sie biß ſich in die Lip⸗ pen und entſchloß ſich raſch, wegen dieſer kuͤhnen

Liſt ſich hinreichend zu raͤchen. Setze Dich, gute Kirſtine! ſprach ſie ſchnell; Du biſt, auf meine Treue! ein gutes Stuͤckchen gewachſen, und biſt tuͤchtig im Kloſter von der Sonne verbrannt worden. Gewiß haſt Du Dich auch auf der Reiſe erkaͤltet: mir ſcheint Deine

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