zu ihr danieder lag, und ſie ihn doch ſo herzlich lieb hatte. Es koſtete Marthen Muͤhe, der unru⸗ higen Jungfrau zu folgen, die ſie doch in dem Zwielichte nicht verlaſſen durfte.„Warte doch, Rigmor!“ ſtoͤhnte ſie huſtend;„es ſchickt ſich nicht fuͤr eine ehrbare Jungfrau, ſo zu laufen, wenn es auch in die Kirche geht, und ich vermag kaum nachzukommen. Ihr findet doch nicht die Jung⸗ frau Kirſtine, wenn ich nicht dabei bin.“
„Du gehſt auch heute wie eine Schnecke, Marthe!“ wandte Rigmor, die Schritte hem⸗ mend, ungeduldig ein.„Die Vesper wird vor⸗ bei ſeyn, bevor wir hinkommen?“
„Ich bin ſeit zwanzig Jahren nicht ſo ge⸗ laufen!“ ſtoͤhnte Marthe.„Gebe Gott, daß Ihr immer ſo eifrig zum Gebet und zu from⸗ men Thaten ſeyn moͤget, mein Herzens⸗Kind! Ach ja! in meiner Jugend haͤtte ich wohl um die Wette mit Euch laufen koͤnnen.“
Als ſie nun in die große dunkle Kirche hin⸗ eingetreten waren, und das Weihwaſſer genom⸗ men hatten, knieete Marthe zuerſt andaͤchtig nie⸗ der und betete. Rigmor folgte ihrem Beiſpiele,
dann begleitete ſie Marthen nach einem von den


