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Aufmerkſamkeit vernahmen die Koͤnigin und die Jungfrau Kirſtine nun deutlich eine klare, bebende Stimme, welche, waͤhrend die Saͤngerin ſelbſt ſich ganz vor ihnen verbarg, abgebrochen und traurig folgende Zeilen ſang:
„Dagmor, Dagmor, Du Königin groß—
Die Sterne befragt' ich um Dein Loos ¹
Gebaͤrſt einen Sohn, hell von Geſtalt; Die Mutter war warm, der Vater war kalt.
Gebaͤrſt einen Sohn mit goldenem Haar, Ein kurzes Gluͤck nur ſag' ich ihm wahr.—
Er ſpielt mit der Krone vom Golde roth, Bis'ne ſtaͤhlerne Kralle wird ſein Tod.
Doch wenn die Schrift dort mir klar erſchien, Dein junges Leben Du laͤßt fuͤr ihn, Fern, fern, weit von Vater und Mutter.
„Ach! hoͤrſt Du Kirſtine!“ ſeufzte die fromme Dagmor und weinte bitterlich;„ſie weiſſagt mir meinen Tod. Nun Gottes Wille geſchehe! aber ich moͤchte doch gern noch laͤnger in dieſer ſchoͤnen Welt leben.“
„Um des Himmels willen, theure Koͤnigin! laßt uns fliehn!“ fluͤſterte Kirſtine aͤngſtlich; „das iſt ein boshaftes oder wahnſinniges Weib, die Euch mit ihren Wahrſagungen zu Tode zu


