Teil eines Werkes 
2. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

ſen, bis ſie ſchwarz wurde. Nein, ſie erging ſich im Haine, und lauſchte dem Geſang der Voͤgel, und da ließ ich das huͤbſche Stuͤck⸗ chen Wild meinem Herrn nicht aus den Haͤn⸗ den ſchluͤpfen; waͤre ich ein junger einfaͤltiger Thor, wie Du einer biſt, geweſen, aus dem ein Paar verweinte Maͤdchenaugen ein weichgeſotte⸗ nes Ei machen kann, ſo haͤtte ich ſie wohl lau⸗ fen laſſen. Aber ich war alt; ich dachte ſo: laͤßt Du das ſcheue Reh laufen, bricht der gnaͤ⸗ dige Herr Dir den Hals entzwei; wenn ſie acht Tage lang uͤber die Augen des Braͤutigams ge⸗ weint hat, ſo lacht ſie zwanzig Jahre und meh⸗ rere hindurch, wegen der Schloͤſſer und der Bur⸗ gen ihres Eheherrn. Und habe ich nicht ganz recht wahrgeſagt? Wo giebt es jetzt eine ſo heitere Frau, wie die Graͤſin Audocia, und wo geht es ſo luſtig zu, wie hier auf dem Schloſſe? Herren und Fuͤrſten, Grafen und Biſchoͤfe, Frauen und Prinzeſſinnen fahren ab und zuz der Wein fließt wie Waſſer hier, und das Horn ertoͤnt vom Morgen bis zum Abend. Woruͤber lacht Ihr, Ihr Zaͤhneflaͤtſcher? wird Graf Hein⸗ rich auch zuweilen ein wenig böſe, und ſteckt