Teil eines Werkes 
3. und letztes Bändchen (1822)
Entstehung
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ruͤckens roth faͤrbte, indeß aus einigen nahen Doͤrfern das Abendgelaͤute ſanft und beruhigend, in gemiſchten Weiſen und Toͤnen, bald naͤher, bald entfernter, durch die Luͤfte zog⸗ Die Spitzen des Waldes gluͤhten jetzt in einem hellen Zinnober⸗ roth; einige hoͤher aͤber alle emporblickende Wipfel ſtolz aufregender Baͤume ſchienen ſich wolluͤſtig in dem reinen Gold des himmliſchen Lichtes zu baden, und zitterten, von herbſtlichen Windſtoͤßen bewegt, hin und her. Tiefer herunter verſchwamm das helle Roth in immer dunklere Farben, bis es mit dem leicht kandirten Dunkelblau zuſammenfloß, das die Thalſchatten uͤber den Niederwald aus⸗ goſſen 861 155 antndt: Walthern wurde jetzt wie in ſeinem Knaben⸗ alter. Seine Sehnſucht in die Weite, deren Graͤn⸗ zen er aber weder wußte, noch mit Worten zu

deuten verſtand, wuchs mit ſeiner Ruͤhrung uͤber die Schoͤnheit des Abends. Er ſtreckte unwills kuͤhrlich die Arme nach der Sonne aus, als ſolle ſie ihn mit ſich nehmen in das unbekannte, nur ſeinen Jugendtraͤumen erſchienene Land; das Herz ſchlug ihm geſchwinder, die Augen hefteten ſich wie gebannt an die Hoͤhe, hinter der eben die

Sonne ſank, und die ganze Phantaſie ſeines heißen Blutes ſtand auf einmal erwartungsvoll ſtille, als wenn der Flug nun beginnen werde. Spoͤttelnd weckte ihn ein Poſthorn, das ploͤtzlich 1 hinter