Teil eines Werkes 
3. und letztes Bändchen (1822)
Entstehung
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lateiniſche Schule ſo bundſchaͤckig und alterthuͤm⸗ lich ſpießbuͤrgerlich war, daß man ungewiß blieb, ob ſie ein Lyceum oder eine ABCſchule vorſtellen ſolle. Gleich der ehrwuͤrdigen Behauſung der ſtädtiſchen Themis war ſie außenwaͤrts ſchwarz anzuſchauen, und in ihrem Innern herrſchte eine faſt erebiſche Finſterniß; wegen des faſt beſtaͤndi⸗ gen Laͤrms, der in Schule und Rathhaus tobte, nannte man ſelbſt im Staͤdtchen die erſtere nur den kleinen Senat. Walther hatte zwar vor einem Jahr das Directorium dieſer beruͤhmten Schule unter großen Verſprechungen angenommen, aber ſchon bei ſeinem erſten Eintritt in dieſelbe üͤbermannte ihn ein ſolcher Ekel, daß er darauf ſann, es koſte, was es wolle, binnen Jahr und Tag in eine andere Lage zu kommen. Buͤrger:

meiſter und Senatus ließen ihn zudem mit der

Erfuͤllung ihrer Verſprechungen ganz im Stich, und meinten, wenn er Erinnerung that, Zeit und

Geduld bringe Roſen. Dornen, rief er dann, die mir das Herzblut abzapfen, die Roſen ſehe ich nur in meines Nachbars Garten. Er beabr ſichtigte daher bei ſeiner Reiſe zugleich einen Ver⸗ ſuch, eine andere Anſtellung zu erhalten, nur war ihm unbekannt, auf welchem Wege. Goͤnner

hatte er in der Reſidenz nicht, nicht einmal Be⸗

kannte, und doch wollte er grade in der Reſidenz einen Verſuch machen; denn einig war er nun

laͤngſt