Teil eines Werkes 
3. Theil (1836)
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per. Die Bleibiegung, woran er ſich klammerte, neigte ſich mit jedem Augenblick um eine Kerbe dem Abgrund zu. Unter ſich ſah er das Dach von St. Jean⸗le⸗Rond klein wie ein Kartenhäuschen. Nach einander betrachtete er die ſtarren Skulpturen des Thurms, die über den Abgrund eben ſo ohne Mitleid für ihn bingen, wie er ſelbſt vor ihren Geſtalten nicht erſchrak. Rings um ihn her war Alles von Stein; vor ſeinen Augen gähnende Ungeheuer, unter ihm das Pflaſter des Platzes, über ſeinem Haupt der weinende Quaſimodo.

Auf dem Vorplatz der Kirche ſtanden einige Gruppen Neugieriger, welche ruhig zu errathen ſuchten, welcher Narr ſich ein ſo gefährliches Vergnügen machen bönne. Der Prieſter hörte— denn ihre Stimme gelangte zu ihm hell und ſcharf— wie ſie ſagten:„ Wahrhaftig, er wird ſich noch den Hals brechen!“

Quaſimodo weinte.

Endlich ſah der Archidiakonus, ſchäumend vor Wuth und Furcht, Alles ſei vergeblich. Dennoch raffte er alle Kraft zu einer letzten Anſtrengung zuſammen. Starr erhob er ſich auf der Rinne, ſtemmte beide Kniee gegen die Mauer, klammerte ſich mit den Händen in eine Steinſpalte, und klomm vielleicht einen Fuß in die Höhe. Doch bei der Kraftanſtrengung bog ſich plötzlich der bleierne Schnabel, ſeine bisherige Stütze, und das Prieſterkleid zerriß. Er fühlte, wie Alles unter ihm wich, wie allein ſeine ſtarren und jetzt auch erſchöpften Hände noch an 15*