die Leiter fort, und Quaſimodo, der kaum noch athmete, ſah das unglückliche Mädchen mit dem Mann an ihren
Füßen zwei Ellen über dem Pflaſter ſchweben. Der
Strick drehete ſich mehrere Male um, und Quaſimodo ſah, wie furchtbare Zuckungen am Leibe der Zigeunerin hinabliefen. Der Prieſter betrachtete mit ausgeſpanntem Halſe, mit Augen, die faſt aus den Höhlen traten, dieſe furchtbare Gruppe des Mannes und des Mädchens, der Spinne und der Fliege.
Im furchtbarſten Augenblick zeigte ſich ein teufliſches Lachen, wozu man nur dann fähig iſt, wenn man auf⸗ hört, Menſch zu ſein, auf dem leichenfarbenen Antlitz des Prieſters. Quaſimodo konnte es zwar nicht verneh⸗ men, aber ſah es. Der Glockenläuter ſprang einige Schritte hinter den Archidiakonus zurück, ſtürzte plötzlich
wüthend auf ihn ein, und ſtieß ihn mit beiden Händen
hinterrücks in den Abgrund hinab, über den Dom Claude ſich lehnte. 3
Der Prieſter rief:„Verdammung!“ und fiel.
Die Rinne unter ihm hielt ihn auf; er klammerte ſich an mit verzweifelnden Händen, und als er den Mund öffnete, um einen zweiten Schrei auszuſtoßen, ſah er uber ſeinem Kopfe am Geländer die rächende und furcht⸗ bare Geſtalt Quaſimodo's und ſchwieg. Unter ihm gähnte ein Abgrund, ein Fall von mehr als zweihundert Fuß auf das Pflaſter. In dieſer furchtbaren Lage ſprach er kein Wort, ließ keinen Seufzer vernehmen, krümmte


