bemerken würde. Schweigend und unbeweglich ſtand er da, indem er den Blick auf einen beſtimmten Ort hef⸗ tete. Sein Schweigen und ſeine Unbeweglichkeit hatten etwas ſo Furchtbares, daß der wilde Glockenläuter bebte und daran ſich zu reiben nicht wagte. Nur folgte ſein Blick der Augen⸗Richtung des Archidiakonus(dies war ja auch eine Art, ihn zu befragen), und ſo trafen beider Blicke auf den Grove⸗Platz.
Er ſah, was der Prieſter betrachtete. Die Leiter war am Galgen aufgerichtet. Einiges Volk und viele Soldaten ſtanden auf dem Platze. Ein Mann ſchleifte etwas Weißes, woran etwas Schwarzes hing, über das Pflaſter. Der Mann hielt am Fuß des Galgens. Dann ereignete ſich Etwas, was Quaſimodo nicht genau ſehen konnte. Sein einziges Auge hatte zwar alle Schärfe bewahrt, allein ein dichter Haufen von Soldaten verhin⸗ derte ihn, Alles zu ſehen. Da erſchien die Sonne, und über Paris ergoß ſich eine ſolche Lichtfluth, daß alle Thurmſpitzen, Schornſteine und Giebel auf einmal in Feuer zu ſtehen ſchienen.
Der Mann ſtieg die Leiter hinan. Quaſimodo ſah
ihn deutlich. Auf der Schulter trug er ein junges, weiß
gekleidetes Mädchen mit einer Schlinge um den Hals. Quaſimodo erkannte ſie; ſie war es. Der Mann gelangte oben auf die Leiter und befeſtigte den Strick. Der
Prieſter, um beſſer ſehen zu können, knieete auf das
obere Geländer. Plötzlich ſtieß der Mann mit dem Fuße


