Teil eines Werkes 
3. Theil (1836)
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Bosheit, allen Haß regte er tief im Innern auf, und erkannte mit dem kalten Blick eines Arztes, der den Kranken unterſucht, Haß und Bosheit ſei nur verfehlte Liebe; Liebe, die Quelle alles Edlen im Menſchen, wende ſich im Herzen eines Prieſters zum Entſetzlichen; ein Mann, wie er, habe nur zum Teufel werden können, als er die Prieſterweihe empfing. Dann lachte er furcht⸗ bar und ward plötzlich wieder blaß; denn er betrachtete die ſcheuslichſte Seite ſeiner unheilvollen Leidenſchaft, die giftige, nagende, haſſende, unverſöhnliche Liebe, die das Weib nur zum Galgen, ihn ſelbſt zur Hölle führte, für Esmeralda das Todesurtheil, für ihn die ewige Verdammniß.

Dann begann er wieder zu lachen; denn er dachte, Phoebus lebe; der Kapitän ſei munter und heiter, trage ein ſchöneres Wamms, wie je, und beſitze eine neue Geliebte, die er hinführe, zu ſchauen, wie die frühere den Tod erleide. Sein Lachen der Verzweiflung ver⸗ doppelte ſich, wenn er bedachte, daß von allen lebenden Weſen, deren Tod er erſtrebte, er nur die Zigeunerin nicht verfehlte, das einzige Geſchöpf, das er nicht haßte.

Vom Kapitäan gingen ſeine Gedanken auf das Volk über, und ihn ergriff Eiferſucht unerhörter Art. Er dachte, wie das Volk, das ganze Volk jenes Weib, das er liebte, faſt nackt erblickte. Verzweifelt rang er die Arme bei'm Gedanken, dies Weib, deſſen Geſtalt auch nur im Schatten erſchaut, ihm das höchſte Glück bereitet