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ihrem letzten Standpunkt ſich zu nahen, bittern Schmerz über den Verluſt des Lebens. Sie erhob ihre rothen, trockenen Augen zum Himmel, zur Sonne und zu den ſilbernen Wolken, dann blickte ſie über die Menge auf die Häuſer.... Plötzlich, während der Mann im gelben Kleide ihr die Arme band, ſtieß ſie ein furchtbares Freu⸗ dengeſchrei aus. Dort auf dem Balkon erblickte ſie ihren Geliebten, ihren Herrn, ihren Phoebus! Der Richter, der Prieſter hatte gelogen! Er war es ſelbſt, ſie konnte nicht länger zweifeln; dort ſtand er, ſchön, lebendig, im prächtigen Kleide mit der Feder auf dem Hut und dem
Degen an der Seite.
„Phoebus!“ rief ſie,„mein Phoebus!“
Sie wollte ihm die von Liebe und Entzücken zit⸗ ternden Arme entgegenſtrecken, ſie waren ihr aber auf den Rücken gebunden.
Da ſah ſie, wie der Kapitän die Stirn runzelte, wie ein junges über ihn gelehntes Mädchen mit verächt⸗ lichen Lippen und gereizten Augen ihn anblickte; dann ſprach Phoebus einige Worte, die nicht zu ihr gelangten, und Beide verſchwanden ſchnell hinter der Glasthür des Balkons, die geſchloſſen ward.
„Phoebus!“ rief ſie außer ſich,„du ſollteſt es glau⸗ ben!“ Ein furchtbarer Gedanke erſchütterte ſie; ſie erin⸗ nerte ſich, als Mörderin des Kapitäns Phoebus verur⸗ theilt zu ſein. Bis dahin hatte ſie Alles ertragen, doch dieſer letzte Schlag war zu hart. Bewegungslos fiel ſie


