Teil eines Werkes 
2. Theil (1836)
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„De ventre inferi clamavi et exaudisti vocem meam. Et projecisti me in profundum in corde maris, et flumen circumdedit me.“

Im Augenblick, wo er, in einen weiten Mantel mit filbernem Kreuz gewickelt, unter dem Portal hervortrat, war er ſo blaß, daß Mancher unter den Zuſchauern dachte, eine der marmornen, Bildſäulen der im Chore auf Gräbern knieenden Biſchöfe ſei erſtanden und empfange auf der Schwelle des Grabes die zum Tode Beſtimmte.

Sie, nicht weniger blaß und ſtarr, hatte kaum bemerkt, daß man ihr eine ſchwere, brennende Wachskerze in die Hand gab; ſie hörte nicht die kreiſchende Stimme des

Schreibers, der die Bußformel vorlas, und als man ihr

ſagte, ſie müſſe Amen ſagen, ſprach ſie Amen. Um ihr einiges Leben und einige Kraft wiederzugeben, mußte der Prieſter ihr ein Zeichen geben, ſich zu naähern, und ihren Wächtern, ſich zu entfernen.

Da fühlte ſie, wie ihr Blut im Kopfe kochte, und ein letzter Zorn entzundete ſich in dieſer ſchon kalten und erſtarrten Seele.

Der Archidiakonus ging langſam auf ſie zu. Auch noch in dieſem letzten Augenblick ſchaute ſte, wie ſein Auge, funkelnd von Lüſternheit, Eiferſucht und Verlangen, auf ihren nackten Formen weilte. Dann ſprach er laut: „Mädchen, haſt du zu Gott gebetet, dir deine Sünden und Fehler zu verzeihen?“— Er neigte ſich zu ihrem