Teil eines Werkes 
2. Theil (1836)
Einzelbild herunterladen

11

Aesculap und ich kam zu Euch, mir ärztlichen Rath zu erholen.

So? fragte der Archidiakonus, das Haupt erhe⸗ bend. Er ſchien ſich einen Augenblick zu beſinnen und begann dann auf's Neue:Gevatter Tourangeau, weil dies Euer Name iſt, wendet das Haupt, und die Ant⸗ wort findet Ihr ſchon geſchrieben auf der Mauer.

Der Gevatter Tourangeau gehorchte und las über ſeinem Haupte die in die Mauer gegrabene Inſchrift: Die Medicin iſt Tochter der Träume. Jamblichus.

Der Doktor hatte die Frage ſeines Gefährten mit Aerger vernommen, den Claudes Antwort verdoppelte. Er neigte ſich zum Ohre ſeines Begleiters und ſprach leiſe genug, um von Claude nicht gehört zu werden: Sagt' ich Euch nicht, er ſei verrückt? Ihr wolltet ihn dennoch ſprechen!Der Verrückte könnte Recht haben, ſprach Jener mit bitterm Lächeln in demſelben leiſen Ton.Wie's beliebt, erwiederte Coictier trok⸗ den. Dann wandte er ſich zum Archidiakonus: Ihr ſeid kurz angebunden, Dom Claude, und mit Hippokrates werdet Ihr eben ſo ſchnell fertig, wie ein Affe mit einer Nuß. Die Mediein ein Traum! Ich glaube, die Apo⸗ theker und Myrrhen⸗Meiſter würden Euch ſteinigen, wären ſie hier. Ihr läugnet alſo den Einfluß der Liebes⸗ tränke auf's Blut, und der Salben auf's Fleiſch! Ihr läugnet die ewige Pharmacie der Blumen und Metalle,