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und machte den Einwurf, die Ordonnanz des Legaten von 1207 ſei um 127 Jahre älter, als das Schwarze Buch, und deßhalb durch Letzteres aufgehoben, und wei⸗ gerte ſich, vor der Peinzeſſin zu erſcheinen.
Auch bemerkte man, ſein Abſcheu gegen Zigeuner ſchien ſeit einiger Zeit ſich zu verdoppeln. Er bat den Biſchof um ein Edikt, welches ausdrücklich den Zigeune⸗ rinnen verböte, auf dem Vorplatz von Notre⸗Dame zu tanzen und das Tamburin zu ſpielen. Seit einiger Zeit ließ er ſich auch die ſtaubigen Akten des geiſtlichen Ge⸗ richts vorlegen, um alle Fälle zuſammenzutragen, wo Hexen oder Hexenmeiſter zum Strick oder Feuer wegen Mitſchuld an den Uebelthaten der Ziegenböcke, Schweine oder Ziegen verurtheilt waren.
6. Impopularität.
Der Archidiakonus mit ſeinem Glockenläuter war, wie wir ſchon ſagten, bei den hohen und niedern Bewoh⸗ nern der Umgegend des Doms eben nicht beliebt. Wann Claude und Quaſtmodo zuſammen ausgingen, wie das oft geſchah, wenn man ſie dann in Geſellſchaft vorüber⸗ wandeln ſah, wie der Diener dem Herrn folgte, und beide die engen, düſtern, friſchen Straßen der Umgegend von Notre⸗Dame durchſchnitten, neckte ſie manches böſe Wort, mancher ironiſche Triller und mancher beleidigende Witz im Vorübergehen, wenn Claude Frollo, was frei⸗ lich ſelten geſchah, nicht mit erhobenem Haupte einherſchritt


