Teil eines Werkes 
1. Theil (1836)
Einzelbild herunterladen

247

und ſeine ſtrenge, faſt erhabene Stirn den verlegenen Witzreißern zeigte.

Beide hatten in ihrem Stadttheil das Schickſal von Regniers Dichtern, hinter denen alle Leute, wie Gras⸗ mücken hinter dem Uhu, herſchwärmen.

Bald war es ein tückiſcher Knabe, welcher Haut und Knochen daran wagte, das unausſprechliche Vergnügen zu haben, eine Nadel in Quaſimodos Höcker zu ſtecken; bald ein ſchönes, junges und nur zu freches Mädchen, welche an des Prieſters ſchwarzem Kleide vorbeiſtreifte, und ihm lachend das ſpöttiſche Lied in's Geſicht ſang:

Man fing den Teufel zum Schabernack.

Bald brummte laut eine ſchmutzige Gruppe alter Wei⸗ der auf den Stufen einer Halle, wann der Archidiakonus mit dem Glockenläuter vorüberging, und warf ihnen fluchend den ermuthigenden Willkommen zu: der da hat eine Seele, wie der Andre einen Leib; oder eine Bande Studenten oder Schulknaben, die Hinkebahn ſpielten, begrüßten ſie auf klaſſiſche Weiſe: Lia, Claudius cum Claudo!

Jedoch ward die Beleidigung weder von dem Prie⸗ ſter, noch von dem Glockenläuter gewöhnlich bemerkt. Um dieſe anmuthigen Dinge bören zu können, war Qua⸗ ſimodo zu taub und Claude zu ſehr in Nachſinnen verſunken.

;