die ſich in den Vorhof der Hölle gewagt habe, in den Höhlen der Kabbala verloren ſei und im Dunkel verbor⸗ gener Wiſſenſchaft umhertappe. Auch das Volk täuſchte ſich nicht; bei Jeglichem, der Scharfſinn beſaß, galt Qua⸗ ſimodo für den Teufel, Claude Frollo für den Hexen⸗ meiſter. Es war offenbar, der Glockenläuter mußte wäh⸗ rend einer beſtimmten Zeit dem Prieſter dienen, und nahm dann als Bezahlung deſſen Seele mit von dannen. Auch ſtand der Archidiakonus, ungeachtet ſeines über⸗ mäßig ſtrengen Lebens, in ſchlechtem Geruch bei den frommen Seelen. Jegliche fromme und erfahrne Naſe roch in ihm den Zauberer.
So wie ein Abgrund in ſeinem Wiſſen, da er alterte, ſich bildete, ſo auch in ſeinem Herzen. Dies hatte man wenigſtens Grund zu glauben, wenn man die Geſtalt betrachtete, auf der die Seele nur durch dunkle Wolken hindurchleuchtete. Woher kam die hohe, kahle Stirn, das ſtets gebeugte Haupt, die durch Seufzer ſtets geho⸗ bene Bruſt? Welcher Gedanke entlockte dem Munde ein ſo bitteres Lächeln, während die Brauen ſich wie zwei Stiere, die den Kampf beginnen wollen, einander näher⸗ ten? Warum waren die wenigen ihm noch übrigen Haare ſchon grau? Welches innere Feuer ſtrahlte bis⸗ weilen in ſeinem Blick, ſo daß ſein Auge dem Loch in der Wand eines Ofens glich?
Dieſe Symptome einer heftigen moraliſchen Verſtim⸗ mung hatten hauptſächlich an Intenſität in der Zeit zuge⸗


