Teil eines Werkes 
1. Theil (1836)
Einzelbild herunterladen

242

Baues ewig ſingt. Auch ſollte der Archidiakonus den Koloß des heiligen Chriſtoph ergründet haben, jene räth⸗ ſelhafte Statue, welche das Volk im Spott Herrn Grau nannte. Alle Welt konnte auch bemerken, wie er unendlich lange Stunden auf der Bruſtlehne des Vor⸗ hofs ſaß, die Skulpturen des Portals beſchaute, bald die thörigten Jungfrauen mit den umgekehrten Lampen, bald die weiſen Jungfrauen mit den graden Lampen betrach⸗ tete; wie er ein ander Mal den Winkel des Blickes von jenem Raben betrachtete, der links am Portal ſitzt, und in der Kirche einen geheimnißvollen Punkt beſchaut, wo der Stein der Weiſen gewiß verborgen iſt, liegt er nicht im Keller Flamels. Um es beiläufig zu ſagen, ſonder⸗ bar war damals das Geſchick der Kirche Notre⸗Dame, mit ſo viel Andacht von zwei ſo unähnlichen Weſen, wie Claude und Quaſimodo, verehrt zu werden, der Eine, ein inſtinktartiger, wilder Halbmenſch, liebte ſie wegen ihrer Schönheit, ihrer Geſtalt, der Harmonieen, die ſich vom prächtigen Ganzen löſen; der Andere, ein Gelehr⸗ ter, mit glühender Phantaſie, wegen ihrer Bedeutung, ihres Mythus, wegen des Sinnes, des Symbols, was über die Skulpturen der Fagade hingebreitet war, gleich dem erſten Text unter dem zweiten in einem Codex palimpsestus, kurz wegen des Räthſels, das ſie dem Verſtande ewig aufgibt. Auch war es bekannt, daß der Archidiakonus in dem Thurme, welcher nach dem Grèoe⸗ Platz hingebaut iſt, ſeitwärts vom Glockenkäfig ſich eine