Druckschrift 
Bug-Jargal : eine Erzählung aus den Zeiten der Neger-Empörung auf Sanct Domingo / [Victor Hugo]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 310—

ſtaͤrkere Seele, als die iſt, von der ich deinen maͤd⸗ chenhaften Koͤrper nunmehr befreien will. Ich bin deinem Onkel gleich einem Affen gegeben worden, ich mußte ſeinen Spaͤßen, ſeiner Verach⸗ tung dienen. Er liebte mich, ſagſt du, ich hatte einen Platz in ſeinem Herzen; ja, zwiſchen ſei⸗ nem Kebsweib und ſeinem Papagay. Ich habe mir mit dem Dolch einen andern geſucht.

Ich bebte vor Abſcheu.

Ja, ich bin es, fuhr der Zwerg fort, ich bin es wirklich, ſchau mir ins Geſicht, Leopold d'Au⸗

⸗

verney. Du haſt oft genug uͤber mich gelacht,

zittere nun vor mir. Wozu erinnerſt du mich an

die ſchmachvolle Vorliebe, welche dein Onkel fuͤr

den ausſprach, welchen er ſeinen Narren nannte. Welche Vorliebe, bon Giu! Wenn ich in euer Salons trat, empfing mich tauſendfaches ver⸗ achtliches Gelaͤchter; meine Mißgeſtaltung, meine Zuͤge, meine laͤcherliche Kleidung, ja ſelbſt die be⸗ weinenswerthen Unfoͤrmlichkeiten meiner Natur, alles an mir diente deinem verfluchten Onkel und ſeinen verfluchten Freunden ſich uͤber mich luſtig zu machen. Und ich durfte nicht einmal ſchwei⸗ gen, ich mußte, o rabia! mein eigenes Lachen mit dem vermiſchen, welches ich erregte. Glaubſt

*