Teil eines Werkes 
Theil 3, Madrid, Lisboa und die Refugiados in London : Skizzen aus der Geschichte unsrer Zeit : Abt. 3 (1833) Lisboa und die Refugiados in London
Entstehung
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Skizzen aus Spanien. 255

ber allein mitzutheilen, was ſie ja doch ein mal erfahren mußte. Ich fand ſie in einem großen, öden in ſeinen Anlagen, Stuckver⸗ zierungen u. ſ. w. prachtvollen, aber wie das ganze Gebäude, unvollendeten und verfallenen Saal, wo ſie im Kamin ſich aus Backſteinen einen kleinen Heerd gebaut hatte, über den ge bückt ſie bemüht war, ein kümmerliches Kohlen⸗ feuer unter einem eiſernen Keſſel anzublaſen.

Bei dem Schallen meiner Schritte in den leeren Räumen richtete ſie ſich auf, ſah mich einen Augenblick ſcharf an und ſagte dann, mich erkennend, ruhig:Willkommen Señor Don Alberto. Es iſt des Herrn Wil⸗ le, daß Ihr uns gar anders wiederſeht, als Ihr uns vor zwei Jahren verließet. Seine Hand liegt ſchwer auf uns, aber unſre Sün⸗ den ſind doch noch ſchwerer. Die Worte, der Ton, die Haltung, das ganze Weſen des Mädchens, ſetzten mich in Verlegenheit. Schon früher, in beſſern Zeiten, hatte ich eine Art von Scheu vor ihrem ſeltſam unjugendlichen, ernſten, faſt ſtrengen Weſen empfunden, ſo ſehr ich mit allen, die ſie kannten, ihre treff⸗ lichen Eigenſchaften anerkannte. Jener Aus- druck hatte jetzt ſehr zugenommen und jede Spur von Jugend bei ihr verdrängt. Sie war faſt geſpenſtiſch mager, marmorblaß und ſchien oder war bedeutend größer als damals. Ihre Züge hatten einen unbeſchreiblichen Aus⸗ druck von überſtandenem, ich möchte ſagen, geiſterhaftem Schmerz als wenn der Tod