Skizzen aus Spanien⸗ 403
die gefuͤllten Gefaͤngniſſe— die verwaiſten Wei⸗ ber und Kinder— auf der andern Seite kirch⸗ liche und weltliche Feierlichkeiten, um der Gott⸗ heit fuͤr dieſe Wohlthaten zu danken— der mi⸗ litairiſche Glanz der fremden Sieger, die ekelhaften Bemuͤhungen feiler Schmeichler, die ſpaͤrlichen, ruhmloſen Lorbeern auf dem Haupte des Fuͤhrers mit dem Oelzweig des Friedens und des Schutzes zu verbinden, und das einzelne Gute der Maſſe von Unheil, die ſein Sieg uͤber Spanien gebracht, entgegen zu ſtellen:— ſolche Eindruͤcke, die ſich mit jedem Schritte wiederholt hatten, konnten Antonio's Stimmung nicht erheitern. Waͤhrend der Nacht, die er in der Venta de Cardenas zu⸗ brachte, hoͤrte man in den benachbarten Schluch⸗ ten der Sierra Morena haͤufig ſchießen; auf ſeine Frage erhielt er zur Antwort:« es werde wohl auf einige zerſprengte Negros Jagd gemacht.“— Mit Tagesanbruch wollte Antonio in Begleitung ſeines geiſtlichen Aufſehers zu Fuße der Bedeckung vorangehen. Wenige Schritte vom Hauſe traf ein leiſes Stoͤhnen ihr Ohr, und bald entdeckten ſie in dem Graben an der Straße einen Sterbenden⸗ Naͤher tretend, erkannte Antonio mit Muͤhe den jungen Rojas, ſo ſehr hatten ihn Elend, Hunger
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