XVI Vorwort und Einleitung.
waͤhrend die Verſchiedenheiten des geſellſchaftlichen Lebens ſehr alt ſind. Auch iſt der Charakter des geſellſchaftlichen Lebens der Spanier in mancher Hinſicht ſehr verſchieden von demjenigen ihrer buͤr⸗ gerlichen und religioͤſen Einrichtungen, denn waͤhrend dieſe z. B. ganz den Stempel derjenigen Staats⸗ weisheit tragen, welche vor der Revolution als die hoͤchſte galt, und welche im Grunde auch jetzt noch ſich nur ſchlecht unter neuen Formen und Benen⸗ nungen verbirgt— waͤhrend ſie an allen Folgen einer unendlichen uͤbermaͤßigen Kuͤnſtlichkeit und Zahl der Triebraͤder, an einer daraus entſtehenben endloſen Langſamkeit, Foͤrmlichkeit und Verwir⸗ rung darniederlagen, zeichnet ſich das geſellſchaft⸗ liche und haͤusliche Leben der Spanier durch eine Friſche, Einfachheit und Freiheit aus, wiesſie in dieſem Grade vielleicht bei keinem andern euro⸗ paͤiſchen Volke gefunden wird. Dies iſt ohne Zweifel ein auffallender Gegenſatz, allein daß er ſchwer zu erklaͤren iſt, macht ihn nicht weniger wahr, obgleich es Vielen bequemer ſcheinen mag, dergleichen Gegenſaͤtze nicht anzuerkennen, oder nicht zu beachten, da ſie die allgemeinen Urtheile und Redensarten, mit denen man ſo leicht bei der Hand iſt, ſtoͤren. Billiger Weiſe ſollten aber,


