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indem ich Ihnen dankte, liebte ich Alwina, und indem ich Alwina liebte— o Friedlef! verzeihen Sie, liebte ich auch Sie! Meine Hoffnung, mein armes Weib wiederzufinden, iſt nun dahin— Hier entzog Alwina ihren Arm der Hand ihres Freundes, und noͤthigte ihn dadurch, ſich auf das nahe Fenſter zu ſtuͤtzen. Sie fuͤrchtete jetzt das Entſcheidende zu hoͤren und ſtand mit gefalteten Haͤn⸗ den, als bete ſie um Schonung.— Alphons fuhr fort: Aber nie kann meine Hand einer Andern gehoͤren, auch wenn ich kein huͤlfloſer Kruͤppel waͤre— die Liebe, deren jetzt mein Herz noch faͤhig iſt, kann keiner Gattin ge⸗ nuͤgen; doch Ihre Freundſchaft, Friedlef, Ihr Umgang ſchenkten mir die Staͤrkung, welche mich vor den Schreck⸗ niſſen des geiſtigen Abſterbens behuͤten kann, alſo das einzige noch moͤgliche Wohl, was mir das Schickſal vergoͤnnte. Sie ſcheinen einſam, Friedlef; ich bin verlaſſen. Hier vergaß Alwina Vorſicht und Schonung,
ſie ſchloß Alphons mit beiden Armen an ihre Bruſt
und rief in Thraͤnen erſtickt: Alphons, das warſt Du nie— nie! Alwina war bei Dir!— Sie hatte ihres armen Freundes Zuſtand vergeſſen; ſolch eine überra⸗ ſchung ertrugen ſeine Kraͤfte nicht; ohne ihre Umarmung zu erwidern, lag er leblos an ihrer Bruſt. Der her⸗ beigerufene Arzt ſchien beſtuͤrzt, er fragte dringend nach den Umſtaͤnden, welche dieſen Zufall veranlaßten, er bat mit ernſter Theilnahme, ihm anzuvertrauen, ob dem Kranken bei ſeinem Erwachen Kummer bevorſtehe.— Ach! Alwina war zu ſchuͤchtern, zu zartfuͤhlend, um dieſes mit Beſtimmtheit zu verneinen. Sie ſaß in der fuͤrchterlichſten Angſt neben dem, fortwaͤhrend in Er⸗ V. 26


